Rosa Meyer wurde am 9. Mai 1866 in Schnackenburg, Kreis Dannenberg als siebtes Kind des Kaufmanns Abraham Meyer und seiner Ehefrau Johanne geb. Rosenberg geboren.[1] Abraham Meyer (geb. ca. 1825) und Johanne Rosenberg hatten im August 1852 in Schnackenburg geheiratet.[2] Das Paar hatte zwei Töchter und sechs Söhne, die in Schnackenburg geboren wurden.
Die älteste Tochter Pauline Meyer wurde am am 11. Juni 1853 geboren.[3] Sie lebte ledig in Uelzen, ihr Verbleib ist unbekannt.[4]
Das zweite Kind, der älteste Sohn Moritz wurde am 8. Januar 1855 geboren, er starb bereits am 31. März 1857.[5]
Das dritte Kind, der Sohn Julius Meyer wurde am 19. Januar 1857 geboren. Sein Verbleib ist unbekannt.[6]
Das vierte Kind, der Sohn Gustav Meyer wurde am 4. November 1858 geboren.[7] Er war Doktor der Medizin und lebte in Göttingen, sein Verbleib ist unbekannt.[8]
Das fünfte Kind, der Sohn Siegmund Meyer wurde am 9. Januar 1860 geboren.[9] Sein Verbleib ist unbekannt.[10]
Das sechste Kind, der Sohn Max Meyer wurde am 26. Oktober 1862 geboren.[11] Der Bankdirektor Max Meyer heiratete 1900 in Eisenach die dort 1879 geborene Rosel Grünstein. Das Paar lebte in Hannover. Max Meyer starb am 24. August 1940 in Hannover.[12] Das Paar hatte drei Kinder. Rosel Meyer wurde am 15. Dezember 1941 zusammen mit der Tochter Herta (geb. 1903) und deren Ehemann Adolf Hammerschlag nach Riga deportiert, alle drei kamen dort um.[13] Der Sohn von Max und Rosel Meyer, Albrecht Heinrich Meyer (geb. 1907) konnte 1935 nach Argentinien auswandern.[14] Die weitere Tochter Hanna Werner geb. Meyer (geb. 1901) lebte nach dem Krieg mit ihrem Mann Hugo Werner in Göttingen.[15] Im August 1945 beanspruchte sie in einem Schreiben an den Oberfinanzpräsidenten in Hannover die Bank- und Wertpapierkonten ihrer 1941 deportierten Mutter Rosel Meyer sowie ihrer Schwester Herta Hammerschlag und ihres Schwagers Adolf Hammerschlag. Die Behörde vermochte sich wegen ausstehender Regelungen zu Entschädigungsansprüchen dazu nicht zu äußern.[16] Einen formalen Entschädigungsantrag stellte sie dann im Mai 1948.[17]
Rosa Meyers jüngster Bruder Sellie Meyer wurde am 8. August 1870 geboren und starb bereits am 17. April 1871.[18]
Rosa Meyer heiratete am 7. August 1896 in Hannover den Kammermusiker Max Cornelius, der 1866 in Rotenburg an der Fulda geboren worden war.[19] Max Cornelius legte im April 1884 am königlichen Konservatorium in Leipzig seine Prüfung als Violinist ab.[20] Von Darmstadt kommend zog er im Oktober 1890 nach Hannover.[21] Hier wurde er im November 1890 Königlicher Kammermusiker im Königlichen Orchester Hannover , bis er im November 1901 mit nur 35 Jahren vermutlich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand trat.[22] Max Cornelius starb am 1. April 1914 in Hannover.[23] Die Ehe war kinderlos geblieben.[24]
Im September 1940 wurde Sicherungsanordnung gegen Rosa Cornelius erlassen. Sie besaß ein Bankguthaben von etwa 3.000 RM sowie Wertpapiere im Wert von etwa 5.700 RM.[25]
Rosa Cornelius wurde am 17. September 1941 im Alten- und Pflegeheim Langenhagen aufgenommen. Am 22. Juli 1942 wurde sie dort „zum Abtransport nach Ahlem” entlassen.[26] Einen Tag später wurde Rosa Cornelius nach Theresienstadt deportiert.[27] Die Akte für Rosa Cornelius vermerkt 45,75 RM offene Beiträge für die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, davon 12 RM für Grabpflege, offenbar für ihren verstorbenen Ehemann Max. Das verbliebene Bankguthaben und die Wertpapiere, die sie im September 1940 besessen hatte, waren bereits „der Reichsvereinigung [der Juden] für [Heim-]Einkaufsvertrag überwiesen“ worden.[28]
Am 7. Februar 1943 kam Rosa Cornelius im Alter von 76 Jahren im Ghetto Theresienstadt mit einem Schädelbruch ums.[29] Im Jahr 1947 wurde sie auf Antrag ihrer Tochter für tot erklärt.[30]
- Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 3, Nr. 12, Rosa Meyer, geb. 09 Mai 1866; Niedersächsisches Landesarchiv,, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm. ↑
- Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Trauungslisten 1845-1874, Doppels. 1, Nr. 3, Abraham Meyer Borchert u. Johanne Rosenberg, geh. 04 Aug 1852; Niedersächsisches Landesarchiv,, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm. ↑
- Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 1, Nr. 3, Pauline Meyer, geb. 11 Jun 1853; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm. ↑
- Bundesarchiv, Ergänzungskarten aus der Volkszählung vom 17.05.1939 (BArch R 1509, Reichssippenamt); zit. nach: Tracing the Past: „Mapping the Lives“ (Datenbank online), Pauline Meyer, https://mappingthelives.org/bio/f9e0a831-bddd-4aca-9a33-6b44a8386d7c (abger. 23.03.2023). ↑
-
Für die Geburt: Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 1, Nr. 4, Moritz Meyer, geb. 08 Jan 1855; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm.
Für den Tod: Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Sterbelisten 1845-1874, Doppels. 1, Nr. 3, Moritz Meyer, gest. 31 Mar 1857; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm. ↑ - Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 1, Nr. 5, Julius Meyer, geb. 19 Jan 1857; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm. ↑
- Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 1, Nr. 6, Gustav Meyer, geb. 04 Nov 1858; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm. ↑
- Bundesarchiv, Ergänzungskarten aus der Volkszählung vom 17.05.1939 (BArch R 1509, Reichssippenamt); zit. nach: Tracing the Past: „Mapping the Lives“ (Datenbank online), Gustav Meyer, https://mappingthelives.org/bio/2db0a818-d93f-449c-95ae-10c155be4c2b (abger. 23.03.2023). ↑
- Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 2, Nr. 7, Siegmund Meyer, geb. 09 Mai 1866; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139. ↑
- Bundesarchiv: „Die Liste der jüdischen Einwohner im Deutschen Reich 1933-1945“ (Residentenliste), ID 1568508; zit. nach: Tracing the Past: „Mapping the Lives“ (Datenbank online), Siegmund Meyer, https://mappingthelives.org/bio/375eb8ad-3d7a-4202-a752-cedf0465500d (abger. 03.06.2026). ↑
- Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 2, Nr. 9, Max Meyer, geb. 26 Okt 1862; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139. ↑
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Eheschließung 08 Jun 1900 in Eisenach: Standesamt I Hannover, Sterberegister, Jg. 1940, Nr. 1755, Max Meyer, gest. 24 Aug 1940; Stadtarchiv Hannover, Sign. 1.NR.3.08.02, StA 1106-1755/1940.
Sowie: Standesamt Eisenach, Geburtsurkunde, 563/1879, Rosa Grünstein, geb. 22 Okt 1879, ausgest. 12 Feb 1947; enthalten in: Amtsgericht Hannover, Todeserklärungsverfahren, Az. 88 II 251/46, Rosa Cornelius et al.; Niedersächsisches Landesarchiv,, Abt. Hannover, NLA HA Nds. 725 Hannover Acc. 22/79 Nr. 2/099. ↑ -
Bundesarchiv: „Gedenkbuch : Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ (Datenbank online), Rosel Meyer geb. Grünstein, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/928771 (abger. 04.02.2023).
Geburtseintrag „Hertha“: Standesamt Lemgo, Geburtsregister, Jg. 1901, 106/1903, Hertha Meyer, geb. 05 Jun 1903; Stadtarchiv Lemgo, Namensverzeichnis, Sign. 05 F 01 / [S 1] 05, Nr. 202, https://www.archive.nrw.de/ms/search?link=VERZEICHUNGSEINHEIT-A92x02874612808227520201014131304961 (abger. 03.06.2026).
Bundesarchiv: „Gedenkbuch : Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ (Datenbank online), Herta Hammerschlag geb. Meyer, geb. 05 Jun 1903 in Lemgo, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/831054 (abger. 04.02.2023).
Bundesarchiv: „Gedenkbuch : Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“ (Datenbank online), Adolf Hammerschlag, geb. 21 Nov 1902 in Lauenau, Kreis Springe, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/831006 (abger. 04.02.2023). ↑ - Bundesarchiv: „Die Liste der jüdischen Einwohner im Deutschen Reich 1933-1945“ (Residentenliste); zit. nach: Tracing the Past: „Mapping the Lives“ (Datenbank online), Albrecht Heinrich Meyer, https://mappingthelives.org/bio/9d4a0e2d-d4de-465c-bb3b-b38a05bd4c6b (abger. 12.04.2024). ↑
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Geburtseintrag „Johanna“: Standesamt Lemgo, Geburtsregister, Jg. 1901, 58/1901, Johanna Meyer, geb. 16 Apr 1901; Stadtarchiv Lemgo, Namensverzeichnis, Sign. 05 F 01 / [S 1] 05, Nr. 200, https://www.archive.nrw.de/ms/search?link=VERZEICHUNGSEINHEIT-A92x31276690959930420201014131304961 (abger. 03.06.2026).
Bundesarchiv: „Die Liste der jüdischen Einwohner im Deutschen Reich 1933-1945“ (Residentenliste), ID 990192, Hanna Meyer; zit. nach: Tracing the Past: „Mapping the Lives“ (Datenbank online), Hanna Werner geb. Meyer, https://mappingthelives.org/bio/7d9a7042-2c89-45b0-8bbe-356f804e76d0 (abger. 03.06.2026).
Und: Bundesarchiv, Ergänzungskarten aus der Volkszählung vom 17.05.1939 (BArch R 1509, Reichssippenamt), ID VZ269793; zit. nach: Tracing the Past: „Mapping the Lives“ (Datenbank online), Hugo Werner, https://mappingthelives.org/bio/8e831d7d-6b72-44f9-a2d4-fbb7a01ce7b2 (abger. 03.06.2026). ↑ - Oberfinanzpräsident in Hannover, Vermögensverwertungsstelle, Akte für Rosel Meyer, Bl. 35 u. 36; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA, Hann. 210, Acc. 2004/023 Nr. 808. ↑
- ebd., Bl. 39. ↑
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Für die Geburt: Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Geburtslisten 1845-1877, Doppels. 3, Nr. 15, Sellie Meyer, geb. 08 Aug 1870; Niedersächsisches Landesarchiv,, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139.
Für den Tod: Synagogengemeinde Schnackenburg u. Gartow, Sterbelisten 1845-1874, Doppels. 1, Nr. 4, Sellie Meyer, gest. 17 Apr 1871; Niedersächsisches Landesarchiv,, Abt. Hannover, NLA HA Hann. 83b, Acc. 2024/138 Nr. 139, Rückvergrößerung von Mikrofilm. ↑ - Max Cornelius geb. 24 Feb 1866: Standesamt I Hannover, Heiratsregister, Jg. 1896, Nr. 1154, Max Cornelius u. Rosa Meyer, geh. 07 Aug 1896; Stadtarchiv Hannover, Registerbuch. ↑
- Fritzsch, Ernst Wilhelm. „Berichte“. Musikalisches Wochenblatt : Organ für Musiker und Musikfreunde XV, Nr. 18 (24. April 1884): 229–31; https://www.google.de/books/edition/Musikalisches_Wochenblatt/ppAPAAAAYAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=kammermusiker%20%22max%20cornelius%22%201866..1945%20rotenburg&pg=PA230&printsec=frontcover (abger. 23.05.2023). ↑
- Stadt Hannover, Einwohnermeldekartei, Max Cornelius; Stadtarchiv Hannover, StadtA H 1.HR.03.2, Selekt Juden, Karte 8056. ↑
- Schrewe, Hans, und Friedrich Schmidt. „Das Hannoversche Hof- und Opernorchester und seine Mitglieder“, Hannoversche Geschichtsblätter N.F. 11 (1958), S. 52. ↑
- Standesamt I Hannover, Sterberegister, Jg. 1914, Bd. 2, Nr. 1045, Max Cornelius, gest. 01 Apr 1914; Stadtarchiv Hannover, zum Erstregister erklärtes Nebenregisterbuch. ↑
- Oberfinanzpräsident in Hannover, Vermögensverwertungsstelle, Akte für Rosa Cornelius geb. Meyer, Bl. 7; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA, Hann. 210, Acc. 2004/023 Nr. 1343. ↑
- Oberfinanzpräsident in Hannover, Devisenstelle, Überwachungsabteilung, Az. Dev.Js. 11-212/40, Rosa Cornelius; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA, Hann. 210, Acc. 2004/025 Nr. 3789. ↑
- Die Schreibweise „Mayer“ für den Geburtsnamen ist offenbar fehlerhaft: Alters- und Pflegeheim Langenhagen, Hauptregister, Nr. 988, Rosa Cornelius, geb. Mayer; Stadtarchiv Hannover, StadtA H, 1.NR.5.08 Nr. 20683. ↑
- Gestapo-Transportliste, 23.07.1942, Hannover nach Theresienstadt, unpaginiert (Bild 25), Nr. 483, Rosa Cornelius; Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover, NLA HA, Hann. 210, Acc. 160/98 Nr. 17; zit. nach: Statistik-des-Holocaust.de, http://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_nwd_420723.html (abger. 04.02.2023). ↑
- Oberfinanzpräsident in Hannover, Vermögensverwertungsstelle, Akte für Rosa Cornelius, Bl. 3 u. 7., a. a. O. ↑
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Ghetto Theresienstadt, Sterbematrik 18.891, Todesfallanzeige Rosa Cornelius geb. Meyer, gest. 07 Feb 1943; Holocaust.cz, Datenbank digitalisierter Dokumente,https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/94183-cornelius-rosa-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt/ (abger. 23.01.2024); Original: Nationalarchiv Prag, Židovské matriky, Ohledací listy – ghetto Terezín, Band 76.
Auch: Ghetto Theresienstadt-Kartei, Karte für Ruzena Corneliusová; Arolsen Archives, Sign. DE ITS 1.1.42.2 11422001 044, https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4967056 (abger. 03.06.2026). ↑ - Amtsgericht Hannover, Todeserklärungsverfahren, Rosa Cornelius, a. a. O. ↑
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